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Homeoffice – Arbeitsplatz der Zukunft oder Freifahrtschein zur Arbeitsvermeidung?

25.03.2020
Die aktuelle Corona-Pandemie hat so viele Menschen wie nie zuvor ins Homeoffice befördert. Viele haben bereits eine oder sogar zwei Wochen komplett von zu Hause aus gearbeitet.

Menschen, die mit Kindern gesegnet sind, die nun durch bundesweite Schließungen der Schulen und Kitas fröhlich lärmend durch die Wohnung toben, mögen das Konzept Homeoffice zurzeit vielleicht als weniger verlockend empfinden.

Doch wie sieht es mit dem mobilen Arbeitsplatz in weniger krisenreichen Zeiten aus? Ist Homeoffice in deutschen Betrieben ein fest etabliertes Instrument? Welche Vor- und Nachteile bietet es für Betriebe auf der einen und für Beschäftigte auf der anderen Seite? Folgend wollen wir einen Überblick vermitteln.

Die meisten Arbeitsverhältnisse in Deutschland sind noch immer durch eine klassische Präsenzkultur geprägt. Von den Beschäftigten wird in der Regel erwartet, dass sie in der Betriebsstätte arbeiten. Das alte Vorurteil, Homeoffice sei ein Synonym für einen freien Tag, ist noch immer in vielen Köpfen vorhanden. Die Vorstellung von Mitarbeitern oder Kollegen, die sich mit den Füßen auf dem Tisch einen ‚faulen Lenz‘ machen und nebenbei etwas Arbeit vortäuschen, sorgt für Unwohlsein. In vielen Unternehmen besteht daher die Ansicht, ein solide aufgestelltes Unternehmen müsse auf die Anwesenheit im Büro bestehen.

Doch die Zeiten ändern sich: Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von 2019 bietet bereits jedes vierte Unternehmen in Deutschland die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten an. In privatwirtschaftlichen Betrieben mit mindestens 50 Beschäftigten arbeiteten 2017 bereits 22 % von zu Hause aus, Tendenz steigend. In den meisten Fällen handelt es sich dabei jedoch nicht um ganze Tage, die vom Homeoffice aus oder von unterwegs absolviert werden, sondern eher um einige Stunden. Arbeitnehmer nutzen diese Möglichkeit beispielsweise, um einen vorübergehenden Betreuungsengpass ihrer Kinder durch Krankheit oder Kitaschließzeiten zu überbrücken.

Wo wird bereits regelmäßig aus dem Homeoffice gearbeitet?

Ob Homeoffice vom Unternehmen angeboten wird, ist in vielen Fällen keine Frage des Wollens, sondern des Könnens. Ob ein Arbeitnehmer diese Möglichkeit wahrnehmen kann, hängt stark von seinem Tätigkeitsprofil und der Branche ab.

In Bereichen, in denen es prinzipiell möglich ist, sind es häufig die Führungskräfte, denen die Möglichkeit des mobilen Arbeitens zur Verfügung steht. So ist ihr Anteil knapp doppelt so groß wie der ihrer Mitarbeiter. Spitzenreiter sind Führungskräfte aus dem Vertrieb und dem Marketing. Laut IAB lag der Anteil der Führungskräfte, die ab und zu von zu Hause aus arbeiten, im Jahr 2019 bei 59 %. Der Anteil von Arbeitnehmern ohne Führungsposition lag in der gleichen Branche bei 36 %.

Welche Vor- und Nachteile bietet der mobile Arbeitsplatz?

Herausragende Vorteile der Arbeit im Homeoffice sind die Flexibilität und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Für Betriebe und Beschäftigte stehen aber noch weitere positive Erfahrungen im Fokus:
Aus Sicht der Beschäftigten stand eine bessere Ausübung der Tätigkeit ganz weit vorn auf der Liste der Vorteile – sie geben an, effektiver arbeiten zu können, da die Ablenkung durch Kollegen entfalle. Gerade in einem Großraumbüro ist nicht zu unterschätzen, wie negativ sich der Lärmpegel auf die Konzentration auswirken kann. Auf Platz 2 folgt die Fahrzeitersparnis. Diese mag unter anderem auch ein Grund dafür sein, dass 38 % der Beschäftigten angaben, durch Homeoffice eine höhere Arbeitsleistung erbringen zu können.
Die Betriebe nannten dagegen eine größere Flexibilität für Beschäftigte als Vorteil Nummer 1, dicht gefolgt von einer höheren Produktivität. Auch eine Optimierung der Büroflächen haben 10 % der Betriebe als positiv empfunden.
Als negativen Aspekt empfinden Beschäftigte, dass die Zusammenarbeit mit den Kollegen durch Homeoffice schwieriger sei. Diesem Problem können bessere technische Schulungen und entsprechende Ausstattung entgegenwirken - Programme wie Slack, StarLeaf oder Zoom ermöglichen einen sehr spontanen Austausch. Videokonferenzen können Treffen vor Ort zumindest teilweise ersetzen.
Vermischung von Berufs- und Privatleben
Während 47 % der Betriebe mit Homeoffice-Erfahrung angeben, durch die bessere Erreichbarkeit der Beschäftigten zu profitieren, wenn diese auf die Möglichkeit eines mobilen Arbeitsplatzes zurückgreifen, befürchten viele Beschäftigte, dass die Trennung von Beruf und Privatleben verschwimmen konnte.

Der Chef sitzt gefühlt mit am Tisch, auf dem Spielplatz werden nebenbei die Jobmails gelesen und am Abend besteht die Möglichkeit, sich noch mal schnell ans Projekt zu setzen. Dieses Problem entsteht hauptsächlich dann, wenn das Homeoffice außerhalb regulärer Arbeitszeiten stattfindet. Mitarbeiter, die zu den üblichen Bürozeiten von zu Hause arbeiten, haben weniger Probleme mit der Trennung von Job und Privatleben.

Abschließend können wir eines mit Sicherheit sagen: Die Tatsache, dass durch die Corona-Krise viele Betreibe wochen– oder gar monatelang fast komplett auf Homeoffice umstellen müssen, ist eine nie zuvor dagewesene Situation. Daraus entstehen auch Chancen. Das Vertrauen in das Konzept könnte wachsen, Firmen müssen sich jetzt zwangsläufig technisch besser aufstellen. Die Infrastruktur des Homeoffice wird in diesen Wochen flächendeckend ausgebaut - sogar Schulkinder steigen mit einer überraschenden Selbstverständlichkeit auf Homeschooling um. 11-Jährige stehen im Chat mit den Lehrern, laden Aufgaben und Ergebnisse selbstständig hoch. So entsteht gerade eine ganz neue Selbstverständlichkeit für den mobilen Arbeitsplatz. Die Krise katapultiert uns damit vielleicht geradewegs in eine neue Ära der Arbeitskultur.

Wir wünschen Ihnen, bestmöglich durch die anstehende Zeit zu kommen – bleiben Sie gesund!
 
 

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